Gründung

Pressemeldung vom 07.03.2013

Förderverein für psychosoziale Krebsberatung gegründet

Paderborn (dph) – In einem Schulterschluss von Vertretern der Kommunalpolitik, des Gesundheitswesens und der freien Wohlfahrtspflege konnte am Dienstag ein Förderverein für Psychosoziale Krebsberatung gegründet werden. Der Bedarf an unabhängiger Beratung in diesem Sektor steigt, gleichzeitig gibt es seitens des Staates keinerlei finanzielle Förderung. Einzig die Diakonie Paderborn-Höxter e.V. hält derzeit im Kreis Paderborn aus Eigenmitteln eine Fachberatung vor. Nun soll der Förderverein helfen, die Psychosoziale Krebsberatung im Kreis nachhaltig abzusichern und nach Möglichkeit auszubauen.

Jeder zweite bis dritte Mensch in unserer Gesellschaft erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Dank immer besserer medizinischer Versorgung können immer mehr Patienten die Krankheit besiegen. Gleichzeitig sinkt die Verweildauer vieler Krebspatienten in stationären Einrichtungen. „Viele Fragen bleiben in der kurzen Zeit offen,“ kommentierte die Psychoonkologin Ruth Wiedemann, die sich sowohl bei der Einrichtung des Beratungsangebot als auch bei der Initiative für den Förderverein stark gemacht hatte.

Wiedemann verwies auch auf den Nationalen Krebsplan: „Eine professionelle, unabhängige und finanziell abgesicherte psychosoziale Versorgung von Krebspatienten ist hier ein wichtiges Ziel,“ so die Mitarbeiterin des Brüderkrankenhauses. „Krebspatienten müssen in ihrem Umgang mit der Krankheit und in der Entscheidungskompetenz hinsichtlich der Behandlung gestärkt werden.“ Insbesondere die Bedürfnisse von Langzeitüberlebenden würden im derzeitigen System kaum berücksichtigt.

Werner Jülke, Kreistagsabgeordneter der Grünen und Mitglied des Sozial- und Gesundheitsausschusses, untermauerte das Anliegen mit Zahlen: Rund ein Drittel der Krebspatienten benötige psychosoziale Begleitung, hochgerechnet auf die Einwohnerzahl des Kreises Paderborn bedeute dies theoretisch einen Bedarf an drei Vollzeitstellen in der Beratung. „Die Diagnose „Krebs“ schockiert und löst bei den Menschen Angst und Verzweiflung aus,“ so Jülke. Ein Ausbau des derzeitigen Angebotes von lediglich einer Viertelstelle sei also dringend geboten.

Daher habe ein Vorbereitungskreis mit Vertretern des Brüderkrankenhauses, des Kreistages und der Diakonie Paderborn-Höxter e.V. nun die Einrichtung des Fördervereins vorangetrieben: Psychoonkologin Ruth Wiedemann und Chefarzt Dr. Horst Leber, Gunda Köster (SPD), Bernd Schulze-Waltrup (CDU) und Werner Jülke (Bündnis 90/Die Grünen), Diakonie-Geschäftsführerin Jutta Vormberg, Beraterin Petra Grunwald-Drobner und Verwaltungsrats-Mitglied Ingbert Koppermann schufen die Voraussetzungen für die Gründung. Die Satzung unterzeichneten 22 Gründungsmitglieder, u.a. Landrat Manfred Müller. Die nächsten Ziele sind die Werbung zahlreicher Mitglieder und die Schaffung einer breiten Öffentlichkeit für das Thema, etwa durch Veranstaltungen.

Zum Vorstand des neuen Vereins gewählt wurden Bernd Schulze-Waltrup (1. Vorsitzender), Christina Vetter (2. Vorsitzende), sowie Ingbert Koppermann, Andrea Rottmann und Ruth Wiedemann. Kassenprüfer wurden Bernhard Schlootkötter und Richard Wagner. Der Jahresbeitrag beträgt 25 Euro, ab sofort nimmt der Vorstand gerne formlose schriftliche Anträge auf Mitgliedschaft entgegen. Der Eintrag ins Vereinsregister erfolgt so bald als möglich.

Absicherung der Psychosozialen Krebsberatung im Kreis Paderborn: Im Vorstand des neu gegründeten Fördervereins engagieren sich Christina Vetter (SPD), Bernd Schulze-Waltrup (CDU), Ruth Wiedemann (Brüderkrankenhaus), Ingbert Koppermann (ehemals Geschäftsführer der ARGE Paderborn) und Andrea Rottmann (Diakonie).

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